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Die Mühle auf Mandø

Mandø’s Wahrzeichen seit mehr als 170 Jahren

Die neu restaurierte Mühle, die heute zu besichtigen ist, erzählt die Geschichte von einer kleinen Inselgemeinde mit unter 50 Einwohnern, die durch Zusammenhalt, Kreativität und Begeisterung fast 2,8 Millionen Kronen einsammeln konnte in dem Bestreben, unser Wahrzeichen behalten zu können.

Mandø bekam seine erste Mühle in den 1820’er Jahren. Vor dieser Zeit wurde das Korn zum Festland gebracht und dort in der Mühle des Dorfes Skallebæk nahe Seem gemahlen. Das war natürlich sehr schwierig und mit groβen Kosten für die kleine Insel verbunden. Schon 1776 wurde die Erlaubnis zum Bau einer kleinen Windmühle beantragt. Jedoch – die Grafschaft von Schackenborg, welche die Mühle in Skallebæk besaβ – wollte ohne groβe Abgaben nicht erlauben, daβ Mandø eine eigene Mühle bekam.

Wir sind davon überzeugt, daβ der jetzige Besitzer von Schackenborg sich weit freundlicher Mandø gegenüber gezeigt hätte.

In den 1820’er Jahren jedoch glückte es endlich, da König Friedrich d. 6. dem Mandø-Einwohner  Peder Grejsen erlaubte, eine kleine sogenannte ’Stumpf-Mühle’ zu bauen, welche reichte, das Korn der  Insel zu mahlen. Sie war jedoch schwer zu handhaben, da sie nur mit Hilfe der Nachbarn gedreht werden konnte, und schon 10 Jahre später wurde die jetzige Mühle errichtet. Peder Hansen Greisens Ur-Urenkel, Hartvig Bundesen, ist einer der treuesten Sommereinwohner Mandø’s -, und da er auch geschichtlich sehr interessiert ist, ist er eine unschätzbare  Hilfe beim Schreiben der Geschichte der Mühle gewesen.

 Die Mühle von Mandø ist eine sogenannte Holländermühle, bei welcher der obere Teil und nicht der Rumpf gedreht werden kann.

Die Mühle ist bis zum 2. Weltkrieg benutzt worden. Nach dem Krieg, d.h. 1948, übernahm der Heimatverein – jetzt Mandøforeningen – die Mühle. Damit hat Mandøforeningen sich verpflichtet, die Mühle in Ordnung zu halten und ihre Geschichte zu bewahren.

 Die Mühle von Mandø ist eine der kleinsten Mühlen Dänemarks – wenn nicht die kleinste – und doch enthält sie allerlei Räderwerk und Inventar. Das zeigt, wie wichtig sie für die kleine Inselgemeinschaft gewesen ist.

 Nach der Übernahme sind allerlei Bewahrungsarbeiten durchgeführt worden. Die Mühle ist mehrmals restauriert worden, jedoch niemals so absolut durchgreifend wie jetzt.

Als die Mühle im Jahre 2000 gestrichen werden sollte, sahen wir, in welch schlechtem Zustand sie sich befand. 2001 wurde ein Mühlenausschuβ gebildet. Die Mühle wurde von einem Mühlenbauer begutachtet, und es gab Preisüberschläge für die Restaurierung. Es war wichtig für uns, daβ die Arbeiten handwerklich korrekt durchgeführt werden sollten.

Es handelte sich um groβe Zahlen für unseren kleinen Verein, - um die 2,6 Millionen Kronen. Wir beschlossen, die Restaurierung in zwei Etappen durchzuführen – den äuβeren und den inneren Teil. Als 1,2 Millionen eingekommen waren, begannen wir mit dem äuβeren Teil, um die Mühle vor zu hartem Wind und Wetter zu sichern. Die Mühle stand als einziges Gebäude von Mandø unberührt nach dem groβen Orkan 1999. Das geschah nur, weil die Flügel in die günstigste Position gestellt worden waren. Bei der äuβeren Restaurierung handelte es sich um den Sockel, den Mühlenrumpf, die Mühlenhaube und neue Flügel.

Leider wurde das etwas teurer, als wir erwartet hatten, denn als wir den Mühlenrumpf auseinander genommen hatten, zeigte es sich, daβ statt der 4 Fenster ursprünglich 8 dort gewesen waren. Als wir dann die Mühlenhaube zerlegten, konnte man sehen, daβ diese ursprünglich mit Klinkern besetzt war, und nicht wie damals mit Dachpappe verkleidet. Da wir jetzt die Ambition hatten,  die Mühle soweit möglich zu ihrem ursprünglichen Aussehen zurückzuführen, nahmen wir diese Mehrkosten in Kauf.

 Bei der Wiedereinweihung des äuβeren Teiles 2005, drehten sich die Mühlenflügel  wieder, - zum ersten Male seit über 60 Jahren –  ein unbeschreibliches Erlebnis, besonders für die älteren Einwohner Mandø’s, die es schon früher erlebt hatten, doch auch für alle uns anderen.

 Wir sind jetzt fertig mit der letzten Etappe,- den inneren Teil. Es ist uns u. a. mit guter Hilfe der Holzwerkstatt vom Museum Hjerl Hede gelungen, die Einrichtung der Mühle nachzuschaffen, und auch das Räderwerk funktioniert wieder, wenn die Bremsen gelöst und die Flügel in Gang gesetzt werden.

Ein fantastisches Interesse seitens Stiftungen, sowie positives Entgegenkommen von Firmen und den Mitgliedern von Mandøforeningen hat all das ermöglicht.

Einsammlungen, Schuldscheine, Mühlenfeste, Verkauf von Souveniers in Ribe und auf Mandø haben fast eine halbe Million Kronen eingebracht. Eine lokale Band, ’Bakskuld’, hat bei unseren Festen zum Wohle der Mühle eine CD mit Mandø-Musik, Trinkliedern und alten Spielmannsstücken von Mandø herausgegeben.

Nach der groβen Wiedereinweihung der Mühle am 13. September 2008 hat auch ein Mühlen-Lehrgang stattgefunden, damit wir in Zukunft eine Mühle vorzeigen können, bei der die Flügel sich drehen, und in der es auch möglich wäre, Getreide zu mahlen.  Es ist auβerdem ein kleines Buch über die Geschichte der Mühle herausgekommen, geschrieben von unserem Architekten Vagn Østergård Kristensen, zusammen mit schon genanntem Hartvig Bundesen.

 

Der Erlös von Waren, die im laden verkauft werden,
kommt unbeschnitten der Mühle zuteil.

 

 Vorsitzender des Mühlenausschusses Jesper Jacobsen - E-mail      JHH WebDesign